Dual Mi 22 August 2018

REISE IN DEN NORDEN

Vier Freunde, zwei Motorräder und ein Kompass, der nach Norden zeigt.
Auf dieser Reise lernen wir Österreich, Deutschland, Polen, Schweden, Norwegen und Dänemark kennen.
Abfahrt ist an einem Sonntagmorgen von Verona, Ziel der ersten Etappe ist Brno. Mit den beladenen Maschinen beginnt das Vergnügen schon nach einigen Kilometern; wir gelangen zu den Lessinischen Bergen nördlich von Verona, die uns mit ihren gewundenen Straßen in das Val d’Adige (Etschtal) bringen. Wir fahren am Fluss entlang und eh wir uns versehen sind wir schon in Sillian an der Grenze Österreichs, wo wir anhalten, um die Vignette zu kaufen, mit der wir auf der österreichischen Autobahn fahren können.

Das Ziel des zweiten Tages ist Katowice, wo wir im Laufe des Vormittags ankommen. Nachdem wir die Unterkunft gefunden und die Maschinen geparkt haben, besuchen wir zwei der bekanntesten Konzentrationslager Polens. Es ist ein strahlender Tag aber als wir durch das Eingangstor von Auschwitz mit der Schrift „Arbeit macht frei“ gehen, ändert sich die Atmosphäre. Die Eindrücke die man empfindet, wenn man diesen Ort menschlicher Misere besucht, sind heftig und die Erinnerungen an die Personen zum Greifen nah. Ein Führer gibt uns Erklärungen und führt uns durch dieses Gefängnis des Leidens und des Todes bis nach Birkenau, wo die Worte Gas, Leiden, Würdelosigkeit und Horror in unseren Köpfen wiederhallen.
Weiter geht es von Niederschlesien aus durch Polen, drohende Wolken zwingen uns zum Anhalten um die Regenkleidung anzuziehen. Gegen Unwetter gewappnet fahren wir weiter durch Brandenburg bis wir die Hafenstadt Rostock erreichen, wo wir auf die Fähre nach Gender in Dänemark einchecken. Bisher haben wir allerhand Motorräder auf der Straße angetroffen, diese werden nun seltener und machen den unzähligen Windrädern Platz, die wie brave Soldaten über den Kornfeldern emporragen.
Und dann haben wir einen der Hauptattraktionen unserer Reise erreicht, die Öresundbrücke, die zu den weltweit bedeutendsten Leistungen der modernen Bauingenieurskunst gezählt wird. Sie ist tatsächlich beeindruckend, der erste Teil führt durch einen Tunnel unter dem Meer, der aus dem Wasser auftaucht um zu einer majestätischen Brücke anzuwachsen, die den Kräften des Windes und des Wassers standhalten kann.
Das nächste Ziel, Stockholm, erreichen wir nach der Fahrt durch wunderbare Getreidefelder, die sich mit Wäldern und kleinen Seen abwechseln soweit das Auge reicht.

Stockholm: Ordnung, Sauberkeit, Geschichte, Innovation, Ökologie. Diese Stadt beeindruckt mit ihrem Königspalast, damit, wie sie imposant über dem Meer aufragt, dem Vasa-Museum, in dem das einzige aus dem 17. Jahrhundert erhaltene schwedische Schiff ausgestellt ist. Es ist auch ein Erlebnis, die Stadt mit ihren Wasserstraßen vom Boot aus zu besichtigen. Am Abend essen wir in einem Wikingerrestaurant, wo man lauthals mit Namen begrüßt wird. Wir essen typisch traditionelles Essen auf mit Tierfellen überzogenen Bänken, mit Schüsseln und Bestecken aus einer anderen Zeit und hören dabei keltische Musik. Auf jeden Fall ein besonderer und charakteristischer Ort.
Von der schwedischen Hauptstadt aus geht es durch Seen und Wälder, Wälder und Seen nach Oslo, bemerkenswert dort das Opernhaus, der Frognerpark und der Königspalast. Mit dem Boot kann man auch die wunderschöne Bucht mit ihren typischen Häuschen auf Pfählen über dem Wasser bewundern. Man spürt keine Abgase, die Leute bewegen sich vor allem mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrädern und Elektroautos fort, Zivilsinn und „grüner“ Lebensstil sind überall gegenwärtig. Die Neugier zieht uns in die Eis-Bar, wo wir einen Aperitif trinken: Von einem Mantel umhüllt, trinken wir auf Eisstühlen sitzend aus Eisgläsern und bewundern Eisskulpturen. Sympathisch.
Für Oslo-Reisende ist gut zu wissen, dass dort die bewachten Parkhäuser für Motorräder gratis sind.
Über Straßen ohne Schlaglöchern, abgenutztem Asphalt und kaum Verkehr fahren wir 350 km bis wir in Göteborg ankommen, wo wir auf einem Schiff übernachten, das in ein schwimmendes Hotel umgewandelt wurde.
Am darauffolgenden Tag fahren wir auf eine Fähre, die uns nach Dänemark bringt und wir erreichen Kopenhagen bei strahlendem Sonnenschein, der sich mit starken Regengüssen abwechselt. Die Menschen hier haben gelernt damit zu leben und haben den Schirm gegen Regenkleidung eingetauscht. Die Unvorhersehbarkeit von Wind und Wetter gehören einfach dazu im Staate Dänemark. Wir sehen die berühmte Seejungfrau, das Wahrzeichen der Stadt, letztere kann auf einem Spaziergang oder einer Fahrt auf den berühmten Booten erkundet werden, mit denen die Kanäle entdeckt werden können und ihre herrliche Geschichte.
Am Abend entschließen wir uns angesichts der unmöglichen Preise in der Hauptstadt aufs Land zu fahren, wo wir in einem Cottage neben einem See eine Unterkunft finden.

Nach einer erholsamen Nacht ist es Zeit, die Heimfahrt anzutreten: Wir kommen durch Hamburg, Hannover und beschließen in Regensburg anzuhalten auf einem Campingplatz mit kleinen aus Holz vorgefertigten Schlafhütten in Form von Fässern für jeweils zwei Personen.
Die letzte Etappe unserer Reise führt uns über die Alpen und dann geht es bergab bis nach Hause.
Ein wahrhaftiges Erlebnis, voller Gerüche, dem Geschmack von bedeutenden Orten, reich an Geschichte und Emotionen, die auf dem Sitz der Motorräder noch intensiver erlebt werden.

Km: 5800
Tage: 12
Liter Benzin: 390
Motorräder: BMW GS adv, BMW GS adv LC
Teilnehmer: 4
48 €: ein Teller Garnelen und zwei Bier in Oslo.

Text und Fotos: Luca Sauro

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