Dual Do 10 Januar 2019

Reisen - 13 Tipps für das Motorrad

1. Lerne dein Motorrad in- und auswendig kennen, baue es 1000-mal auseinander und wieder zusammen.
Sein Fahrzeug zu kennen, ist sicher die wichtigste Anfangsvoraussetzung für die Vorbereitungen für eine lange Reise. Entdecke die Schwachstellen deines Moppeds und lerne, wie du sie ohne fremde Hilfe in Ordnung bringen kannst. Führ alles mit dir, was für eine Reparatur nötig ist. Bevor du aufbrichst, lerne die Räder auszubauen und Reifen zu wechseln. Es ist nicht gerade angenehm, den ersten Versuch auf der Straße machen zu müssen, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben wie das geht. Wechsel selber das Öl, lerne Speichen aufziehen, den Kettensatz wechseln und vor allem Lager auszutauschen. Oft kam ich in Situationen, in denen ich Reparaturen vornehmen musste, von denen ich keinen blassen Schimmer hatte wie sie gehen und in Asien ist der beste Mechaniker für deine Maschine oft du selbst. Besser du kannst also bestimmte Sachen selber regeln und musst nicht auf die Hilfe eines Mechanikers setzen.

2. Verwende optimalen Schutz.
Je besser und widerstandsfähiger die Protektoren sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du deine Reise fortsetzen kannst. Keinem gefällt ein Tank mit Leck, Verschiebungen am Zylinderkopf, ein kaputter Kühler oder ein kaputtes Kupplungsgehäuse, nur weil nicht die richtigen oder gar keine Protektoren montiert worden sind. Auf der Reise muss man die Möglichkeit von Stürzen einfach einkalkulieren und je länger und abenteuerlicher die Reise ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit. Oft kann auch ein einfacher Sturz aus dem Stand hunderte von Euro Schaden verursachen, wenn man geeignete Schutzbügel, Handschutz und Motorschutz nicht montiert.

3. Ein kleiner Check am Morgen hält den Mechaniker fern.
Gibt es eine bessere Art, den Tag zu beginnen, als mit einer gründlichen Kontrolle aller Flüssigkeiten, der Kettenspannung, der Schrauben und des Reifendrucks? Ok, mir fallen auch Alternativen ein, aber für das Reisen mit dem Motorrad müssen schon ein paar kleine Opfer gebracht und vernünftig gehandelt werden.

4. Benutze einen guten Kettensatz und wenn möglich eine automatische Kettenschmierung.
Hier trifft die Regel “je mehr du ausgibst, desto weniger kostet es dich” hundertprozentig zu. Warum? Weil ein Qualitäts-Kettensatz nicht nur sehr viel länger hält als ein billiger, sondern auch meist weniger Wartung benötigt, denn er hält das Fett länger, die Kettenglieder sind robuster und weniger korrosionsanfällig. Das zahlt sich in weniger Pausen und weniger Wartung am frühen Morgen aus, niedrigeremSchmierfettverbrauch (das sehr teuer ist) und einem geringeren Pannenrisiko. Ich habe viele Moppedfahrer kennengelernt, die die automatische Schmierung verwendet haben und wenn ich überlege, was sie darüber erzählt haben, kann ich diese nur empfehlen. Der Preis ist leider nicht ohne, aber sie garantieren eine Lebensdauer von bis zu 40.000 Kilometern für den Kettensatz.

5. Rechne dir immer aus, wie viele Kilometer du mit einem Liter bzw. einem Tank schaffst.
Diesen Rat hätte mir jemand geben sollen, stattdessen habe ich die Lektion in Myanmar lernen müssen, wo meine Benzinpumpe mich im Stich gelassen hat. Denkt immer daran, wie viele Kilometer ihr mit einer Tankfüllung schafft und wenn ihr eine drastische Reduzierung bemerkt, solltet ihr besser anhalten und nachschauen. Eine Verbrauchssteigerung kann von etwas Banalem wie der Benzinpumpe herrühren oder von den Kolbenringen, die Ventile bis hin zur Antriebskette, alles Teile, die ihr mit Sicherheit nicht ruinieren wollt!

6. Benutze einen Benzinfilter.
Wenn du in Ländern unterwegs bist, in denen das Benzin nicht immer einwandfrei ist, überlege dir gut, ob du dir nicht einen Benzinfilter anschaffen solltest. Der hilft dir dabei, die Benzinpumpe sauber zu halten und im Betrieb, so dass du nicht dein stotterndes Motorrad irgendwo mitten in der Walachai anhalten musst, um und Tank und Benzinpumpe auszubauen. Ich verwende einen Filter von Guglatech, der gute Dienste leistet.

7. Trinke immer genug auf der Reise.
Dies ist einer der wichtigsten Aspekte auf langen Strecken, ob es heiß ist oder nicht. Im Laufe eines Tages auf dem Mopped genug Flüssigkeit aufzunehmen ist fundamental, um die Konzentration aufrecht zu erhalten und ausreichend Mineralsalze nachzufüllen. Ich benutze dazu ein Camelback, das sich in meinem Rucksack befindet und dessen Trinkschlauch an einem Schultergurt befestigt ist. Während der wirklich heißen Strecken im Iran und in Pakistan, wo anhalten bedeutet, dass man noch heißer wieder losfährt und den Motor noch mehr überhitzt, hat mir diese Lösung sehr geholfen. Seid vorsichtig, denn wer nicht ausreichend „wässert“ und vielleicht sogar Extremwerte der Dehydration erreicht und dann noch in Situationen gerät, die ihn an seine Grenzen führen, steigenAngst- und Stresspegel bis zur sprichwörtlichen Panikattacke an, die denke ich niemand mitten in der Wüste erleben will.

8. Fahr auf Feldwegen und schlaf im Zelt.
Hier gilt die Regel „entscheide dich für die weniger befahrenen Straßen“, von der wir bereits im Artikel „15 Tipps für Langstreckenreisen“ geschrieben haben. Als Motorradfahrer kann ich noch hinzufügen, dass Fahren auf Schotterwegen unheimlich hilft, die Fahrkunst zu verbessern und die Maschine und ihre Dynamiken besser kennenzulernen. Außerdem findest du beim Fahren auf Wegen und Pfaden wunderschöne Plätze an denen du dein Zelt aufschlagen und ausruhen kannst.

9. Schwer losfahren, leicht weiterreisen.
Ja, beladene und vollgepackte Motorräder sind faszinierend und es macht Spaß sie vorzubereiten aber oft ist es ein Albtraum, sie zu fahren. Alle wollen wir ein für alle Fälle gewappnetes und vielleicht noch dazu schönes Motorrad. Aber was bringt es, wenn es unlenkbar wird, sobald es auf Schotter kommt, das Aufrichten nach dem ersten Sturz eine Tragödie ist und wir geschlagene 30 Minuten brauchen, um die Koffer wieder zusammenzubasteln nachdem wir sie an einen sicheren Ort bringen mussten (beim Einchecken ins Hotel, auf einem nicht sicheren Parkplatz o. ä.)? Als ich im März losgefahren bin, war ich voll beladen, ich hatte 4 kleine Koffer auf der Crashbar, eine Tanktasche, noch eine Tanktasche hinter mir voller Essen, das Zelt in einer 60-Liter-Rolle und die beiden Seitenkoffer. Nach und nach, nachdem ich fast alle Tage damit verbracht habe die Koffer ab- und wieder anzubauen, fiel mir die Menge der Gegenstände, Kleidung und Werkzeuge auf, die ich nie benutzte. Diese habe ich ohne groß nachzudenken rasch verschenkt oder weggeworfen (überlegt nicht erst lange, sonst werft ihr nichts weg, sondern hebt alles auf).

10. Traue den Mechanikern aber traue noch mehr dir selbst.
Dies ist eine Lektion, die ich leider am eigenen Leib lernen musste, was mir teuer zu stehen kam. Auf solch einer Reise ist das Motorrad oder welches Fahrzeug ihr auch immer fahrt, von fundamentaler Wichtigkeit und die einzigen, für die es wirklich wichtig ist, dass es läuft, seid ihr selbst. Daher ist es ratsam, die eigene Maschine ein bisschen zu kennen und sie so viel wie möglich selbst reparieren zu können. Gute und professionelle Mechaniker sind wirklich rar in Asien, lasst euch nicht von Schildern mit erstklassigen Herstellermarken beeindrucken, oft kennen sie dein Motorrad nicht und haben keine geeigneten Ersatzteile, versuchen aber trotzdem dich einzuwickeln und dein Vertrauen zu gewinnen. Arbeite immer Seite an Seite mit dem Mechaniker, mach dir keine Probleme, ihn zu kritisieren oder ihm zu raten, wie etwas zu machen ist, das Motorrad gehört dir und du kennst es sicherlich besser als er. Im Iran hat mir ein „Super“-Techniker die Schraube der Kappe des Gabelschaftes „kaputt repariert“ und als wenn das nicht genug wäre, hat er mich noch ohne Öl in einem der Schäfte losfahren lassen. Nur weil er nicht auf mich gehört hat, als ich ihm sagte, dass wir am nächsten Tag zusammenarbeiten würden, sondern dickköpfig alleine drangegangen ist und die Muttern mit Zange und Hammer aufgewürgt hat…

11. Nimm Werkzeug und Ersatzteile mit.
Es ist ein kluger Grundsatz, einige wichtige Werkzeuge und ein paar „kluge und durchdachte“ Ersatzteile mitzunehmen, je nach Motorrad und der Pflege, die es braucht. Was die Werkzeuge angeht, kauf nur gute Marken und nimm vor allem nur die mit, mit denen du umgehen kannst!!! Was die Ersatzteile dagegen angeht, nimm auch die mit, die du vielleicht nicht selbst auswechseln kannst, aber bei denen du die Arbeit an einen guten Mechaniker delegieren kannst. Dabei haben solltest du Hebel und Pedale von Bremse und Schaltung, einen Benzindruckregler oder eine Benzinpumpe. Alles hängt davon ab, wo die Schwachstellen deiner Maschine liegen, wie wir obenerwähnt haben.

12. Ordne das Gepäck so schlau wie möglich.
Von der Ordnung, mit denen du deine Koffer packst, hängt mehr ab als du vielleicht denkst. Nicht nur kann unterschiedliches Gewicht in den beiden Koffern dieSicherheit auf der Straße beeinträchtigen und störendes und gefährliches Schlingern verursachen, auf lange Dauer kann auch deine geistige Gesundheit Schaden nehmen. Ich bin an den Punkt gekommen, an dem ich so viel wie möglich in kleine Behälter sortiert habe: einen für die Elektrosachen, Kabel, Stecker usw., einen für die Socken, einen für die Unterhosen und so weiter und so fort. Beim Start meiner Reise dagegen war alles gemischt und jeden Tag wanderte dieselbe Sache wie von Zauberhand von einer Tasche in die andere was mich schier verrückt gemacht hat.

13. Tiefer Schwerpunkt!
Wenn du die Anordnung deines Gepäcks planst, versuche so gut es geht, den Schwerpunkt niedrig zu halten. Die üblichen Touring-Motorräder sind eh schon hoch und haben viel Gewicht im oberen Bereich, vermeide daher das Stapeln von schweren Gewichten und lade so, dass nichts sperrig hinausragt. Pack die schwereren Sachen nach unten (auch in den Koffern). Befestige zum Beispiel nicht die Werkzeuge und Ersatzteile oben auf der vollgestopften Rolltasche, die auf das Heckgeschnallt ist, sondern klemm sie vielmehr mit einem Tooltube an den Motorschutz! Das verbessert das Fahrverhalten des Motorrads in den Kurven und auf langsamen und steilen Schotterwegen.

Ich hoffe, meine Erfahrung ist auch für euch nützlich!

Text und Fotos: Carlo Di Todaro

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