Dual Di 29 Mai 2018

Sizilien Zwischen Enduro und Abenteuer

Unser Urlaub beginnt in Anghiari, einem kleinen zauberhaften Städtchen mit historischem Hintergrund und ein Enduro-Eldorado im Herzen der Toskana. Unser Guide ist Pietro und es bleiben keine Wünsche offen, im Gegenteil. Jeden Tag ist alles dabei was das Enduroherz begehrt – romantische single trails durch märchenhafte Wälder und entlang felsiger Wanderwege mit spektakulären Landschaftseindrücken – schnelle Zwischenpassagen wo man beherzt am Gasgriff drehen kann – ambitionierte Steilauffahrten, Kletterpassagen und Stufenspringen gefolgt von knackigen und rustikalen downhill Passagen. Rund um das Enduroprogramm werden wir sowohl kulinarisch mit den Spezialitäten der Toskana in den typischen lokalen Restaurants als auch in unserem Agriturismo, Il Cardo, verwöhnt, auf Wunsch sogar mit Massage nach einem anspruchsvollen Enduro-Tag.
Nach 4 Tagen tauschen wir die Enduros gegen die Dickschiffe, welche bereits ungeduldig auf Bewegung warten.

Anghiari – Amalfiküste. Bei Angri verlassen wir endlich die Autobahn und fahren über die Berge von Corbara nach Maiori. Auf der Passhöhe angekommen von hoch oben erblicken wir das erste Mal die zauberhafte Amalfiküste. Weiter geht es Richtung Minori nach Amalfi entlang der Küstenstraße, nur leider zwingt uns der Kolonnen-Tourismusverkehr auf der optimal fürs Cruisen ausgelegten schmalen und engkurvigen Straße zu Schritttempo. Belohnt werden wir als wir das Hotel erreichen und den atemberaubenden Blick von der Hotelterrasse über die Küste genießen. Unzählige Stufen hinunter zum Strand werden mit einem kleinen bezaubernden Fischer-Restaurant mit Terrasse direkt am Meer belohnt.
Am nächsten Tag entscheiden wir uns schweren Herzens nicht der spektakulären Küstenstraße entlang unseren Weg fortzusetzen, da der Verkehr zu wahnsinnig ist. Stattdessen fahren wir über Salerno im Landesinneren Richtung Süden, eine Entscheidung die sich als goldrichtig herausgestellt hat. Bei Langonegro verlassen wir die Autobahn und fahren auf landschaftlich abwechslungsreichen und wenig befahrenen Landesstrassen Richtung Süden. In Lauria, einem kleinen Dorf am Rande der Berge machen wir Mittagspause, und sind erstaunt was wir im vermeintlich verschlafenden Dorf am Nachmittag um 1400 in der Trattoria della Piazza serviert bekommen, frische hausgemachte Pasta vom Feinsten. Auf einsamen Hügelstraßen lassen wir uns auf der Strada Statale 19 delle Calabrie –über Rotonda – Mescio – Richtung Süden treiben. In Altomonte buchen wir uns im Hotel Barieri ein, von hier hat man einen fantastischen Blick auf dir historische Altstadt.
Altomonto – Roggino – San Marco – Bisignano – Arci – Soveria – Nicastro – Curinga – Monterosso – Gerocane – Laureana – Cinquefrondi – Cittanoca – Oppido – Delianuava – Gambarie. Bei leichtem Regen machen wir uns auf den Weg weiter Richtung Süden. Wir kommen durch viele kleine malerische Ortschaften. Spontan entscheiden wir uns in den Nationalpark ‚Parco Nazionale dell'Aspromonte‘ einzufahren und werden mit herrlichen Bergstraßen ohne jeglichen Verkehr belohnt. Wir fahren über hügelige Hochebenen, durch alpine Landschaften, durch romantische Märchenwälder, eine beeindruckend abwechslungsreiche Landschaft. Wir kommen in der Dämmerung bei leichtem Regen nach Gambarie, im Winter ein Skiresort im südlichsten Italien, sehr spannend. Zu unserem Glück hat auch eines der Hotels geöffnet.

Wieder trocken und gestärkt vom Frühstück machen wir uns bei leichtem Nieselnebel auf nach Romvedillo 1000 Höhenmeter bergab entlang einer verwundenen und verschlungenen Bergstraße. Wir nehmen die Fähre nach Messina, lassen das dortige Verkehrschaos hinter uns und machen uns auf der Küstenstraße auf dem Weg Richtung zum Ätna. Wir kommen durch Toarmina, einem der bekanntesten Urlaubsorte auf Sizilien. Wir können der Versuchung nicht wiederstehen und müssen sofort den großen Vulkan unter Augenschein nehmen. Sofort zieht dieser mächtige Berg uns in seinen Bann. Begierig nach dem Blick auf das ‚Große Ganze‘ fahren wir alle Möglichkeiten ab. Wir kommen dabei auch an den höchsten Punkt, dem Skigebiet am Ätna, und wieder sind wird von unserer Unwissenheit überrascht. Die Lavamassen sind beeindruckend, echte Zeitzeugen die für jedermann auszumalen sind. Wir übernachten in Fiumefreddo im Agriturismo Serra San Biagio, welches etwas abenteuerlich anzufahren ist aber wunderschön gelegen direkt an der Küste. Wir werden von der ‚Donna della Casa‘ überschwänglich begrüßt und sind fasziniert von der Terrasse des zugehörigen Restaurants von welcher man einen spektakulären Blick über das Meer und unbeeinträchtigte Sicht auf den Ätna hat, wenn die Wolken diesen frei geben. Der Tag schließt mit einem ausgezeichneten italienischen Essen ab, dieses Albergo ist wahrlich ein Geheimtipp.
Etna – Ucria - Sant‘ Angelo di Brolo - Oliveri. Erst überlegen wir uns noch einen Tag in unserer traumhaften Location zu bleiben um zu flanieren, doch dann siegt wie immer die Abenteuerlust im Sattel zu sitzen. Wir wollen über die Bergkette an die Nordküste und fahren nach der üblichen Devise, je kleiner und abenteuerlicher die Straßen auf der Karte eingezeichnet sind‚ desto interessanter für uns. Wir folgen erst einer wunderschönen kaum befahrenen fast neu angelegten Landstraße nach Ucria, wo wir im malerischen Ort einen caffé trinken. Weiter geht es links weg auf die SP139 und noch etwas abenteuerlicher biegen wir in eine kleine Seitenstraße ein, wo wir an einen Abzweiger mit Schotterstraße entdecken. Diese Option lassen wir uns nicht entgehen und erleben eine der schönsten und an spektakulärem Ausblick nicht übertreffbaren Überfahrten entlang eines Schotter- und Steinwegs durch eine Hochlandschaft mit Kuhherden. Auf der einen Seite verabschiedet sich der Ätna von uns mit atemberaubenden Bildern und auf der anderen Seite öffnet sich der Blick auf das Meer mit den beeindruckenden Vulkankegeln. Ein Ausflug der kaum zu toppen ist, Schotter in off road, romantische Landschaft und Bilder die wir nicht so schnell vergessen werden. Wieder in der Zivilisation, in Sant‘ Angelo di Brolo angekommen, und gestärkt nach einem caffé, fahren wir zum Quartier in Oliveri.

Am nächsten Tag übernehmen wir eine Segelyacht und cruisen eine Woche lang um die faszinierenden Vulkaninseln Vulcano, Stromboli und Co. und können unsere durchgerüttelten Knochen nach zwei Wochen im Sattel ausruhen. Was wir mitnehmen sind traumhafte Erinnerungen an eine außergewöhnliche Reise‚ ‚in enduro‘ und ‚in strada‘.

Text: Tanja Wroddnig
Fotos: Nadja Utsch

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