Dual Do 04 Januar 2018

Vuelta ao mundo Anfang Teil 2

Anfänglich hatten wir geplant, mit einem Flug von Singapur aus in die Vereinigten Staaten zu einzureisen, aber wegen der hohen Preise haben wir uns anders entschieden. Diese Änderung hat zu einem sehr nassen Erlebnis in Malaysia geführt. Wir haben am eigenen Leib erfahren, was ein Monsun ist!
Es regnete pausenlos, stark und heftig. Unter dem unaufhörlichen Regen sind wir in Georgetown auf der Insel Penang angekommen und am darauffolgenden Tag dann in Kuala Lumpur. Jeden Abend kamen wir pudelnass an: Unsere Kombis waren nicht dafür geeignet so viel Wasser abzuhalten. Und auch das Gepäck war total durchnässt, genauso wie unsere Schuhe.
Daher entschlossen wir uns, nach Norden in das sonnige Thailand zurückzufahren, wir setzten die Reise nach Laos und Kambodscha fort, um dann nach Bangkok zurückzukehren und dort in einen Flug zum amerikanischen Kontinent einzuchecken.
Nachdem wir 69 Tage lang im Linksverkehr gefahren sind, sind wir in Laos wieder auf die rechte Seite gewechselt, ohne so recht darüber nachzudenken. Laos ist das Land für unsere nächste Offroad- und Schlamm-Erfahrung!
Den Fluss Mekong überquerten wir mit der Fähre. Ende des Asphalts. Die Nacht haben wir in der eleganten Stadt Lunag Prabang verbracht. Weiter ging es auf einer Schotterstraße und ab und an kamen wir durch einige Dörfer, wo wir großes Interesse erregten, als hätte man dort nie Touristen auf dem Motorrad dort vorbeikommen sehen. Die Straße war aus roter Erde, es brauchte nur wenige Wassertropfen und sie verwandelte sich in eine Rutschbahn. Da wir Metzeler-Tourance-Reifen aufgezogen hatten, haben die Ausrutscher mit zahlreichen Stürzen nicht lange auf sich warten lassen als wir durch den Wald fuhren.
Und dann wieder Regen! Wir sind mit 15-20 Stundenkilometern vorangekommen. Sich durch die Wegstücke mit Schlamm zu kämpfen war besser als auf den Abschnitten zu fahren, die mit hart gewordenem Matsch bedeckt waren: Bei jeder Bewegung des Handgelenkes am Gashebel rutschte das Hinterrad nach vorne weg. Ich könnte nicht mehr sagen, wie oft wir die Maschinen vom Boden wieder aufgerichtet haben. Wir waren von Kopf bis Fuß mit dem roten Matsch überdeckt.
Zu guter Letzt haben wir Kambodscha bereist, wozu wir die 4000 Inseln des Mekong überquert haben.
Wir mussten uns beeilen, da das Datum für die Abgabe der Papiere bei der Motorradausfuhrgesellschaft in Thailand näher rückte. Nach einer großen Straße mit Schottersteinen, die uns wie eine Autobahn durch ebene afrikanische Landschaften vorkam, sind wir endlich wieder auf Asphalt gekommen, auf dem wir den Tempel von Angkor erreicht haben. Zehn Kilometer entfernt von Angkor in der Stadt Siem Rap haben wir haltgemacht, ein Ort, der uns an Indien erinnert hat. Leider war auch der Verkehr in Kambodscha eher chaotisch, alle hupten pausenlos. Wir hatten nicht genug Zeit, die unterirdischen Kanäle zu besichtigen, die von der Armee während des Kriegs gegen die USA benutzt wurden; eine große Touristenattraktion, wo man für wenig Dollar mit einem Maschinengewehr schießen oder eine Granate werfen kann.
Von Kambodscha sind wir wieder nach Bangkok in Thailand zurückgekehrt, um von dort zum amerikanischen Kontinent aufzubrechen.
 

Wir haben den Pazifik überflogen und nach ein paar Tagen in Redondo Beach in Kalifornien konnten wir unsere Maschinen vom Flughafen abholen. Trotz aller Schauermärchen über den amerikanischen Zoll lief alles glatt. Nachdem wir die Papiere erledigt hatten, bekamen wir die Stempel, die für die Aushändigung nötig waren.
Nach 20000 km haben wir die Ténéré in einer Yamaha-Werkstatt in Los Angeles in Ordnung bringen und aufmöbeln lassen, um dann nach Süden aufzubrechen. In Tijuana haben wir die Grenze zu Mexiko überquert, dort haben wir die Metzeler-Tourance-Reifen gegen Heidenau T60 Scout ausgewechselt und konnten es kaum erwarten die nächste Offroad-Strecke zu fahren.
Eines Morgens beim Schlürfen von Cappuccino und amerikanischem Kaffee hat ein Barbesitzer mit seinen Erzählungen von der zu Mexiko gehörenden Kalifornischen Halbinsel (Baja California) unsere Neugier geweckt. Er erzählte uns von dem jährlich dort stattfindenden Rennen, das den stolzen Namen „Baja 1000“ trägt und über 1000 Meilen von der Stadt Ensenada bis nach La Paz gefahren wird. Das schien uns die perfekte Gelegenheit, um die neuen Reifen auszuprobieren. Ohne Zeit zu verlieren, haben wir uns den Weg beschreiben lassen, sind nach Ensenada aufgebrochen und haben uns dort die Karte vom Rennen besorgt.
Die Zeit reichte nicht aus, um die ganze Strecke zu fahren, aber wir wollten wenigstens ein Stück zurücklegen.
Mit unseren Vorstellungen von Sanddünen in einer Fantasiewüstenlandschaft wussten wir nicht genau, was uns erwartete… aber da die Gelegenheit, die sich bot einmalig war, haben wir es riskiert – und das war gut so!
Von der legendären Rennstrecke haben wir lediglich 60 km bis Coco’s Corner auf der Strecke zwischen San Felipe und Bahìa de los Ángeles zurückgelegt. Trotzdem hatten wir alles inklusive, was wir wollten und sogar noch mehr, denn mit Schlamm hatten wir nicht gerechnet. Bei hartem Kies und ohne, Steinen und Felsen und nicht zu tiefem Sand waren die neuen Reifen immer optimal. Hätten wir sie von Anfang an aufgezogen, hätten wir uns mit Sicherheit einige Stürze erspart.
Der Abschnitt, der zur Offroad-Strecke führte, konnte sich sehen lassen! Makelloser Asphalt, eine kurvige Straße entlang der Küste mit wunderbarer Aussicht, die herrlich emotionale Eindrücke bei uns hinterließen und eine Augenweide waren. Am Ende unserer Reise entlang der kalifornischen Halbinsel haben wir zur Erholung in einem Ressort mit Namen Cabo San Lucas unser Lager aufgeschlagen.
Wir haben das mexikanische Festland mit einer Fähre von der Stadt La Paz nach Topolobampo erreicht, und ab hier hat das Abenteuer mit den Motorrädern sich von seiner anderen Seite gezeigt. Während der Reise nach Acapulco, wo wir die Feiertage verbringen wollten, fing eine der Maschinen an, beim Wechseln der Gänge Probleme zu bereiten. Aus dem Getriebegehäuse waren eigenartige Geräusche zu hören. Das Getriebe hatte sich bei einem der Gänge verklemmt und die Kupplung funktionierte nicht. Wir waren ungefähr 150 km von der Yamaha-Werkstatt entfernt, als die Ténéré ihren Geist aufgab. Wieder einmal war das Glück uns hold und ein freundlicher Bewohner der Gegend brachte die Maschine auf seinem Lieferwagen bis zur Yamaha-Werkstatt. Dort untersuchte der Werkstattchef den Schaden und konnte uns keine guten Neuigkeiten überbringen: Die Kupplungsscheiben und die Getriebe des dritten und vierten Ganges mussten ausgewechselt werden – Ersatzteile, die in Mexiko nicht erhältlich waren. Unser Sponsor Yamaha Poland Position hat die Situation optimal gemeistert und in kürzester Zeit die Ersatzteile aufgetrieben und zu uns geschickt.

Die Zeit der Feiertage war herrlich.
Aber die Zeit verging wie im Flug und wir hatten ja geplant, die Reise zu Beginn des Brasilianischen Karnevals zu beenden – eine optimale Gelegenheit, den erfolgreichen Abschluss unseres sechsmonatigen Abenteuers zu feiern.
Nachdem die Schaltung repariert war, sollten wir uns in Guatemala an der Grenze zu El Salvador treffen.
Von da an hat die Expedition einen typisch sportlichen Zug angenommen: Der letzte Abschnitt von Acapulco in Mexiko bis nach Salvador in Brasilien wurde „AS-Rennen“ getauft. Sich zu treffen war nicht einfach. Maciek ist nach dem Papierkrieg an der Grenze zwischen Mexiko und Guatemala abgehängt worden, daher haben wir den Treffpunkt an die nächste Grenze, die zwischen El Salvador und Honduras verlegt. El Salvador ist ein kleiner Staat, so haben wir die Etappe nur um 300 km verlängert und es endlich geschafft, uns zu treffen.
Nachdem wir angehalten und uns begrüßt hatten, erzählten wir uns unsere Abenteuer und die Erlebnisse der getrennt verbrachten Tage und begannen dann unser AS-Rennen zu programmieren. Wir mussten Honduras, Nicaragua, Costa Rica und Panama durchqueren, vier Staaten und ganze acht Zollkontrollen.
Wir wussten schon, dass wir an jeder Grenze mit den Einwanderungs- und den Zollbeamten diskutieren müssten, von einem Schalter zum nächsten weitergereicht werden würden, Kopien von Dokumenten ziehen und eine Kleinigkeit hinüberschieben müssten, um die Motorräder passieren zu lassen und Versicherungen zu bezahlen. Es gab extra Personen, die damit beauftragt waren, dabei zu helfen und uns gegen ein paar Dollar bei der Hand nahmen und zu den verschiedenen Schaltern geleiteten. Es war immer chaotisch, sich durch die ganzen Formalitäten zu kämpfen. Obwohl wir Anweisungen von der Reiseagentur bekommen hatten, die von Leuten verfasst worden sind, die bereits derartige Erfahrungen gemacht hatten, war das Ganze nicht einfach.
Nach ein paar Tagen sind wir dann endlich in Panama angekommen.

Es gehen legendäre Geschichten von mutigen Leuten um, die mit den Motorrädern die sumpfigen Gebiete und Wälder des Darién Gap durchquert hatten, aber wir zogen vor, mit der Fähre oder dem Flugzeug zu reisen, bis wir entdeckt haben, dass es keine Fähren zwischen Panama und Kolumbien gab. Der Transport über Meer wurde von Yacht-Besitzern angeboten, die Platz für das Zuladen von ein paar Motorrädern hatten. Die Nachfrage nach dieser Transportart war jedoch so groß, dass wir die Plätze viel früher hätten buchen müssen. Daher haben wir uns entschlossen, einige Tage in Panama zu warten in der Hoffnung, dass ein paar Plätze frei würden. Letztendlich haben wir auf die Überquerung verzichtet, die Maschinen verpackt und den Flug von Panama nach Bogotá genommen, wo wir nach 35000 km das dritte Mal bei einer der Maschinen die Kette gewechselt haben, die mit den Ersatzteilen angekommen war.
Der nächste Kontrollpunkt würde die Grenze zu Venezuela sein.
Wir wussten nicht, in welch einem Zustand die Straßen Kolumbiens sein würden, da das Ziel nicht weit war hofften wir aber in weniger als einem Tag anzukommen. Aber schon nach 100 km hat sich auf einem Autobahnparkplatz bei einer der Motorräder die Befestigungsmutter des Antriebsritzels gelöst. In der Schlussphase unserer Expedition schmiss uns das Schicksal Knüppel zwischen die Beine. George, ein Kolumbianer der zu unserem Erstaunen Polnisch sprach, kam uns zu Hilfe. Er hat das fehlende Teil in einem Dorf in der Nähe gefunden und uns so ermöglicht, die Reise fortzusetzen. Aber damit waren die Überraschungen noch nicht vorbei: In den Kurven einer Bergstraße lief uns ein Hund vor die Räder. Ich bremste instinktiv und die Maschine ist auf dem Asphalt gerutscht, wobei sie beschädigt wurde – wie auch meine Kombi.
Venezuela ist ohne Zweifel das Paradies der Autofahrer, für einmal Volltanken (23 Liter im Fall der Ténéré) haben wir zum Beispiel weniger bezahlt als für einen Kaffee aber die Einreise ist kompliziert. Wir waren endlose Formalitäten gewöhnt aber die siebenstündige Wartezeit beim Zoll, wobei allein die Mittagspause zwei gute Stunden dauerte, war einfach zu viel.  
Zum Durchqueren des Landes haben wir die Südstrecke gewählt, um schneller an die Grenze zu Brasilien in Santa Elena zu kommen. Die Etappe sah vor, den Orinoco-Fluss in der Stadt San Fernando zu überqueren. Während einer Kaffeepause, bei der wir uns mit einem älteren Herrn aus San Fernando unterhielten, hat sich herausgestellt, dass die Straße, die wir fahren wollten eine teilweise überschwemmte Schotterpiste war, und dass über einigen Flüssen und Bächen die Brücken fehlten. Es wäre ein tolles Abenteuer gewesen, aber da wir nicht viel Zeit hatten, haben wir vorgezogen die etwas entferntere Strecke im Norden zu fahren. Wieder einmal hat es sich als wertvoll erwiesen, die Bekanntschaft von Einheimischen zu machen.
Vor der Grenze zu Brasilien haben wir uns aus den Augen verloren und haben die Nacht in nur wenig voneinander entfernt liegenden Dörfern verbracht, ohne zu wissen wo die anderen sind. Die Handys hatten keinen Empfang, es gab kein Internet, erst am folgenden Tag erhielten wir Nachricht von einigen Soldaten bei einer der vielen Straßensperren vor der letzten Grenze.
Dort haben wir uns wieder getroffen und sind nach Brasilien eingereist. Wir waren überglücklich, vor uns lag der Regenwald des Amazonas!
Wir haben dieses Gebiet mit der Fähre den Amazonas lang von Manaus nach Belem durchreist, da gerade Regenzeit war. In Manaus haben wir die Tickets in letzter Minute gekauft für eine Fähre, die 40 Minuten später ablegte. Wir mussten uns beeilen, andernfalls hätten wir drei Tage auf die nächste warten müssen, was wir uns nicht hätten erlauben können. Das Leben an Bord des Bootes verlief gemächlich. Wir verbrachten fünf Reisetage auf dem größten Fluss der Welt und konnten dabei das Leben in den am Ufer verstreuten Dörfern beobachten.
Als wir in Belem angekommen sind, hatten wir wieder Probleme mit dem Motorrad, das in Mexiko repariert worden war. Ein japanischer Mechaniker vom Yamaha-Kundendienst im Amazonasbecken sagte uns nachdem er die Maschine komplett zerlegt hat, dass das Problem durch die Reparatur in Acapulco verursacht worden war.
Wir fuhren zweimal von Belem ab, das erste Mal hat die Ténéré nach 80 km gestreikt und uns gezwungen zurückzukehren, um sie erneut den magischen Händen der Japaner zu überlassen. Wir haben uns dann entschlossen, die Reise auf nur einem Motorrad fortzusetzen. Wir mussten noch 2000 km fahren um rechtzeitig zum Karneval anzukommen, aber wir haben es geschafft.

Endlich, nach 188 Tagen, 40000 Kilometern, 26 Staaten und 4 Kontinenten waren wir am fünften Karnevalstag, als das Fest bereits im vollen Gange war, in Salvador angelangt.
Die letzten Kilometer haben wir mit sehr abgenutzten Reifen zurückgelegt aber die nachfolgenden Tage konnten wir mit einer Gruppe unserer Freunde unseren Erfolg feiern.
Endlich waren wir angekommen und konnten Capoeira sehen, die brasilianische Kampfkunst, für die wir eine große Leidenschaft haben und die das Sahnehäubchen unserer Entdeckungsreise war. Nach den verrückten Tagen des Karnevals und einigen Ruhetagen haben wir unter der Anleitung der besten Athleten der ganzen Gegend von Bahia das Training begonnen.
Nach insgesamt 8 Monaten sind wir nach Warschau zurückgekehrt und auf dem Flughafen Frédéric Chopin gelandet, mit vielen Erinnerungen, einem enormen Gepäck an Erfahrungen, die uns unser ganzes Leben begleiten werden und mit neuer Energie für die nächsten Abenteuer.  

Text und Foto: Lukasz Jastrzab

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