Technik und Verarbeitung Do 23 November 2017

POWER CDI Re-Mapping oder: Map mich nochmal

Eine Person, die ich sehr für ihre technischen Kenntnisse in diesem Sektor schätze, ist Stefano Spagnul.
Seit Jahren erzählte er mir von einer fantastischen Steuerung, die wiederholt mit Mapping optimiert werden kann und die er mit einem Freund testete. In letzter Zeit endeten alle unsere Telefongespräche und Treffen unvermeidbar mit der Erörterung der Entwicklungen und Ergebnisse, die sie erreicht hatten.
„Bei der nächsten Gelegenheit kannst du sie ausprobieren!“
Die Gelegenheit hat sich beim Start des neuen Projekts Discovery Endual ergeben und ohne allzu viel Zeit zu verlieren, haben wir alles organisiert. Stefano ist gleich mit zwei Maschinen zum Treffen gekommen, einer KTM 300 2t und einer TM 300 2t, beide Modelle aus dem Jahr 2017.
Ich war perplex angesichts der effektiven Vorteile dieser Zündeinheit POWER CDI – mit der Elektronik stehe ich ein bisschen auf dem Kriegsfuß und der Sinn des Sportes Enduro besteht für mich in der Anpassung an die Strecke. Deswegen hat mich die Vorstellung, Stunden vor dem Computer zu verbringen, um die beste Zufuhr für den Motor für eine bestimmte Situation zu suchen, eher negativ gegenüber dieser Technologie eingenommen. Auf der anderen Seite reizte die Neugier, wie es ist, eine Vorrichtung zu haben, die das Fahren der Maschine leichter macht und dadurch auch einen kleinen Vorteil gegenüber den Freunden bringt, mit denen man ja üblicherweise die sonntäglichen Touren unternimmt, meine Eitelkeit doch ziemlich.
Ich ließ mir die technischen Eigenschaften der Zündeinheit erläutern und je mehr die Erklärung durch ausgeklügelte Funktionen angereichert wurde, desto mehr verließ mich der Mut. Wäre ich jemals in der Lage, deren Vorteile schätzen zu lernen?
Diese Aftermarket-Zündeinheit ermöglicht dem Anwender, das Mapping des Motors völlig selbständig zu erledigen, mit einer Fernmessung in Echtzeit, der dynamischen Leistungssteuerung DPC (Dynamic Power Control) und vielen anderen Funktionen, die in ähnlichen auf dem Markt erhältlichen Vorrichtungen nicht vorhanden sind. Die DPC ist die innovative Art, die Leistung des Motors aktiv zu steuern, um die Reaktion millimetergenau an den Gasgriff zu binden, indem in Echtzeit die Zündverstellung reguliert wird. So erhält man praktisch einen leistungsfähigen und reaktionsfähigen Motor, der gleichzeitig leicht zu handhaben ist. Wir versuchen die Potentialität dieser Steuerung mit einigen praktischen Beispielen verständlicher zu machen.
Wie viele vermeintliche Piloten schaffen es, die Pferdestärken, die der Motor bringt, voll zu nutzen? Wie viele von uns kehren nach einer Tour nach Hause zurück und fühlen sich erschöpft, weil die Maschine uns mehrmals in Schwierigkeiten gebracht hat? Wie viele heftige Beschleunigungen, ungewollte Driftings, was für Strapazen, dadurch dass immerzu das Vorderrad abhebt, weil wir diese geballte Leistung nicht am Boden halten können?
Wie oft haben wir bei Zweitaktmaschinen den Mechaniker unseres Vertrauens zur Hilfe geholt, um das Motorrad weniger aggressiv aber dafür elektrischer zu machen?

Die gängigsten Ansatzpunkte sind die Reduzierung des Verdichtungsverhältnisses und/oder das Anheben der Höhe der Quetschkante, das Gewicht der Schwungscheibe, das Drosseln am Auspuff oder das gewollte Anreichern des Gemischs mit Fett. Die mechanischen Eingriffe zielen alle auf die Stärkung oder Hervorhebung einiger Eigenschaften des Motors, die oft aus einem Kompromiss resultieren und somit andere Eigenschaften beeinträchtigen. Im Falle der vorgeschlagenen Beispiele wird das Motorrad sicherlich besser zu handhaben sein aber der Motor neigt dazu, Stärke und Elastizität zu verlieren, die nützlich sein könnten, wenn Hindernisse oder unwegsame Steigungen genommen werden sollen.
Die Power-CDI-Steuereinheit mit der Dynamic-Power-Control-Vorrichtung scheinen die Lösung zu garantieren. Tatsächlich schaffen sie es, blitzartig die Motorleistung durch die Vorverlegung des Zündzeitpunkts zu regulieren, während sie gleichzeitig sehr weitgreifende Korrekturen bei jeder einzelnen Umdrehung des Motors durchführen und so die Reaktion auf das Öffnen des Gases sehr viel steuerbarer und vorhersehbarer machen.
Ein praktisches Beispiel hilft, die Effizienz dieser Vorrichtung besser zu verstehen. Wenn man plötzlich von trockenem auf glitschigen Boden kommt und das Gas konstant hoch hält, könnte die Drehzahl des Motors sich erhöhen und zum Schlittern des Rades führen, mit teilweise verheerenden Konsequenzen. Wenn der Fahrer dagegen plötzlich Gas gibt, um zur Umgehung eines Hindernisses ein Drifting oder Wheelie zu fahren, ist die Steuereinheit in der Lage zu erkennen, dass der Fahrer die Leistung anfordert und interveniert nicht, um dem entgegenzuwirken.
Im Wesentlichen ist das wie ein Wechsel von einem ultrasoften zu einem ultraharten Mapping, nur auf der Grundlage davon, wie der Gasgriff benutzt wird und durch Hinzufügen einer neuen Dimension: Die Geschwindigkeit, mit der das Gas geöffnet wird, nicht nur die Menge. Das System ist somit intuitiv im Gebrauch. Es ist normal auf glitschigen Böden nicht nur wenig, sondern auch langsam Gas zu geben, während es auf Untergrund, der gute Haftung bietet, instinktiv und natürlich ist, schnell und aggressiv Gas zu geben.

Was sind die Voraussetzungen für den Einbau der Power CDI?
Neben dem Austausch der Original-Steuereinheit, muss man die Maschine mit einem Vergaser mit TPS (Drosselklappensensor) ausstatten, falls dieser nicht schon vorhanden ist. Auf einigen Motorrädern, wie der Yamaha YZ 250 oder der Beta 2017 (auch Racing), ist der TPS schon vorgesehen aber auf anderen Modellen muss der Vergaser durch einen mit TPS ausgewechselt werden. Die Steuereinheit funktioniert auch auf dem Originalvergaser ohne TPS aber nur mit ihm können alle entwickelteren Funktionen aktiviert werden, wie die dynamische Leistungskontrolle, die Anti-Klopf-Funktion (welche das lästigen Klopfen bei geschlossener Klappe eliminieren), Anti-Stall-System usw.

Unser Eindruck
Die TM 300 ist für ihren kraftstrotzenden Motor bekannt, der im oberen Bereich stark zieht, während der untere Bereich und die Beschleunigung sicherlich nicht zu seinen starken Seiten gehört. Nach dem Einbau der Steuereinheit scheint man eine 450 4t zu fahren. Die Maschine ist deutlich elastischer, erhöht die Drehzahl graduell und bringt ihren Fahrer nie in Schwierigkeiten. In den Bereichen des Fahrgeländes, die wir für den Test verwendet haben, konnte man ohne Probleme mit dem dritten Gang seine Runden drehen, beim Kurvenausgang zog sie mit der für den Antrieb des Herstellers aus Pesaro typischen düsteren Klangfarbe zur nächsten Kurze. Aber erst im Wald lernt man die Vorteile richtig schätzen; der Antrieb wird flüssiger und das erlaubt, die Qualitäten dieses Motorrads voll zu genießen.
Um zu beschrieben, wie die KTM läuft, brauche ich glaube ich nur eine Anekdote zu erzählen: Erst am Ende des Testes hat uns der liebe Stefano enthüllt, dass das Motorrad, das wir getestet haben,keine 300er sondern eine 250-cc-Maschine war, so dass wir ganz verdattert aus der Wäsche guckten! Und wenn ich daran denke, dass ich während des Testes einigen Anwesenden gegenüber geäußert habe, dass ich die Verbesserungen, die diese Steuereinheit für einen bereits renommierten Motor bringt, besonders schätze!
Nicht zu unterschätzen der Faktor, dass die Power CDI auf jedes Motorrad mit Zwei- oder Viertaktmotor angepasst werden kann. Das heißt, wenn ich jedes Jahr beschließen würde, die Marke, den Hubraum, oder von Benzin zu Gemisch-Zufuhr zu wechseln, vielleicht mit Einspritzung ist das kein Problem, es genügt, die Dateien für die Aktualisierung anzufordern – undfertig.
Die DPC-Funktion ist der eigentliche Stärkepunkt dieser Vorrichtung, da dieses ausgeklügelte System dir die Möglichkeit gibt, durch einfache Steuerung mit dem Gasdrehgriff am Lenker über die gesamte Leistung des Motors zu verfügen, so dass bei jeder Art Untergrund, der bewältigt werden soll, die Antwort des Antriebs immer die gewünschte ist. Es scheint die Antithese von dem zu sein, was uns üblicherweise angeboten wird, d.h. die Möglichkeit, mehrere Mappings so zu wechseln, dass die Reaktion des Motors auf den Boden angepasst ist (klassischer Sonne/Regen-Schalter), hier interveniert die Elektronik auf die Drosselklappenöffnung ohne die Leistung auf den Kopf zu stellen oder einzuschränken. Eine starke Sache!
PowerCDI ist schon bald auch für die TPI erhältlich mit einem Bluetooth-Modul und serienmäßiger Software. Diese ermöglichen dem Nutzer, (sogar im Wald) frei und ganz nach individuellem Geschmack zu karburieren, während sie gleichzeitig eine deutliche Verbesserung der Motorleistung bietet, vor allem bei niedrigen und mittleren Umdrehungen und natürlich auch die Dynamic-Power-Control, die Anti-Klopf-Funktion und alle anderen Funktionen, die bereits für Maschinen mit Vergaser erhältlich sind.

Um mehr darüber zu erfahren oder für den Erwerb der Steuerung: www.powercdi.com

Text und Tester: Pietro Bartolomei

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