Test und Vorschau Di 02 Juli 2019

Benelli TRK251 - EIN STRASSENBIKE GANZ UNKONVENTIONELL

Die Gelegenheit ergab sich mit der vom Motorradclub „Pepe Bevagna“ organisierten Queen Trophy. Trophy ist eine vom FMI (Verband der italienischen Motorradfahrer) definierte Kategorie für eine Touring-Motorrad-Veranstaltung, mit Gelände-Strecken, Tourismus, Kultur und Önogastronomie.

Die Queen Trophy fand am 25. und 26. Mai in den erdbebengeplagten aber wunderschönen Apenninen statt. Diesmal waren es die über hundert motorisierten Teilnehmer, die den Boden zum Beben brachten. Die Tour durch die herrliche Landschaft wurde durch gut geplante Stärkungs-Pausen an historischen Orten wie Vallo di Nera bereichert, so haben Cesare und sein Team der geschickt ausgearbeiteten Strecke eine angemessene Portion Geselligkeit hinzugefügt.
Zwischen nagelneuen Enduros und alten glorreichen Geländemoppeds fielen wir mit unserer Testfahrtmaschine richtig auf: BENELLI TRK 251.

 

Ihr habt schon richtig verstanden: Ein für die Straße ausgerüstetes Motorrad mit nur 24,5 PS und Slick-Bereifung, das sich in eine Trophy wagt, noch dazu im strömenden Regen, der die Offroad-Strecke kräftig durchnässt hat.
Abfahrt von der wunderschönen Piazza in Bevagna (PG) auf dem klassischen Kopfsteinpflaster: Der Halt ist trotz der starken Nässe optimal und die Wendigkeit unseres Gefährts begeistert uns in den Gassen des kleinen alten umbrischen Städtchens sofort. Und das alles bei einer auf Anhieb bequemen Sitzposition.
Gewundene Straßen inmitten von Wäldern, das Auf und Ab, der vom starken Regen überspülte Asphalt lassen sie in keinster Weise hinter den anderen Hubraumklassen zurückstehen.

Dann geht’s auf die Strecke.
Das erste Stück: unbefestigte Straße, nass und voller Pfützen. Unsere Kleine schlägt sich tapfer, die Reifen greifen gut (17er Felgen), der Rahmen ist stabil genug um keinerlei Schwäche zu zeigen und die Stoßdämpfer meistern die ersten Beanspruchungen gut.

Der zweite Teil der Strecke: Schotterstraße; das „Maschinchen“ verhält sich weiterhin tadellos; ich muss sagen, sie überrascht uns nicht wenig.

Der dritte Abschnitt: Steigung auf Kies,
Hier lehrt uns die kleine TRK das Fürchten: Sie klettert hinauf, als wär nichts gewesen und fährt mit einer Nonchalance durch die kleinen Vertiefungen wieder hinunter, dass wir fast vergessen, dass wir auf einem Straßenmotorrad mit Slick-Bereifung sitzen.

Das große Finale: eine Mega-Steigung mit losem Geröll. Dreihundert Meter bergauf und die Benelli beginnt über die Steine zu springen, verliert den Halt und… bleibt hängen… und tja… sie steckt fest... Die Geländefahrer zögern natürlich nicht eine Sekunde: Die Anschiebetruppe eilt zu Hilfe und befördert die TRK251 in Sicherheit auf den Gipfel (ein Motorrad mit 153 kg lässt sich leicht bewegen). Aber auf jede Steigung folgt eine Abfahrt und die Straßenreifen machen sich bemerkbar - oder besser gesagt, wir spüren sie überhaupt nicht. Sie haben kein bisschen Grip auf dem schlammigen Hang, und so ist die Abfahrt mit der auf einer vereisten Skipiste vergleichbar. Unsere Fahrerin streckt mit abgespreizten Beinen die Füße auf den Boden wie ein Paar Skier, mit der sie die kleine Maschine nach unten bringt. Selbstredend entschließt sie sich nun dazu, von der Hard-Strecke Abstand zu nehmen und auf asphaltierter Straße weiterzufahren. Ein Anruf beim Veranstalter und schon hat sie in Echtzeit die Streckenführung, die extra vorbereitet wurde, damit sie den anderen Teilnehmern folgen kann. Auf Asphalt zeigt sich die Benelli TRK251 natürlich von ihrer starken Seite – auch wenn die Straße nass ist: Es ist ein reines Vergnügen, sie auf den sich windenden Straßen Umbriens und der Marken laufen zu lassen, ganz lässig den Gipfel des Gran Sasso zu erklimmen und ohne Verspätung die Gruppe zum Mittagessen in Leonessa wiederzutreffen.

Was lernen wir daraus? Man testet ein Straßenmotorrad nicht auf Schotter aber wir haben unheimlich viel Spaß gehabt und am meisten hatte unsere Fahrerin, Miriam Orlandi. Ja, ihr habt richtig verstanden, eine Frau auf einem Straßenmotorrad im Gelände. Im wahrsten Sinne des Wortes abgefahren…

Anm. d. Red.: Leider haben uns die Gewitter, die sich über die Veranstaltung ergossen haben, dazu gezwungen, noch ein Foto-Shooting an den nachfolgenden Tagen zu machen, um präsentierbares Material produzieren zu können. Dazu haben wir uns von einer guten Freundin von Discovery Endual, Elena Donati helfen lassen.

Text: Miriam Orlandi
Testfahrerin: Miram Orlandi - Elena Donati

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