Test und Vorschau Mi 04 März 2020

Honda Africa Twin CRF1100L Adventure Sport - „Nur 100 ccm mehr und du wirst in eine andere Dimension katapultiert“

Schön, imposant, außerordentlich vielseitig und mit der neusten Technik – so kündigt sich die neue Africa Twin CRF 1100L Adventure Sport Zwanzig-Zwanzig an. An uns nagte jedoch der Zweifel, dass sich das „beflügelte“ Unternehmen bei einigen Eigenschaften ein bisschen übernommen haben könnte, um das neue Modell mit mehr Nachdruck auf den Markt bringen zu können.

Noch dazu ist allgemein bekannt, dass die Versionen L und Adventure Sport der neuen AT für unterschiedliche Verwendungszwecke entwickelt worden sind – im Gegensatz zum Vorgänger-Basismodell, das bewusst und gekonnt für lange Reisen angepasst wurde.

Wie sie nun so vor uns steht, können wir gar nicht anders als ihre Schönheit bewundern, die sorgfältige Verarbeitung bis ins kleinste Detail, ihr serienmäßiges Zubehör, aber auch ihre eindrucksvolle Statur, mit ihrer unverfrorenen Berufung zum Touring. Und trotzdem merkst du schon beim Aufsteigen im Stand oder bei den ersten kleinen Manövern, dass in ihr eine Überraschung steckt: Sie ist manövrierbar wie eine Sport Dual!

In Reichweite des Tourenfahrers
Über bequem zu handhabende Befestigungen kann sie mit geräumigen Seitenkoffern und Topcase ausgestattet werden, die in der Lage sind, diverse Kilos Gepäck zu laden. Ohne Schlüssel, sondern nur mit ein paar simplen Handgriffen, an die man sich allerdings erst einmal gewöhnen muss, kann die Sitzbankhöhe verstellt werden, um dem Fahrer einen erhöhten Komfort zu bieten. Außerdem kann je nach Geschwindigkeit das Windschild so eingestellt werden, dass es den bestmöglichen Schutz bietet. Diese Operation kann auch im Fahren mit Hilfe eines praktischen Griffs vollzogen werden.

Der 25-Liter-Tank ist mehr als ausreichend, um ohne große Sorgen auch zu langen Fahrten aufbrechen zu können auch in Gegenden, wo es schwierig ist, an Treibstoff zu kommen. Die doppelten LED-Scheinwerfer, deren Leuchtintensität sich an das Tageslicht anpasst und das „Cornering Light“, das nach Neigungswinkel gerichtet die Innenseite der Kurve ausleuchtet, das ABS-Cornering-System, die Traktionskontrolle und das Anti-Wheely-System sind nur einige der ausgeklügelten Sicherheitssysteme, die auf der neuen Africa Twin installiert sind. Die heizbaren Griffe sind das unmissverständliche Zeichen dafür, dass sie auch für den Gebrauch im Winter gedacht ist.

Alles mit einem Touch...
Inzwischen sind wir soweit, dass der Motor eingestellt werden muss, noch bevor die Fahrt losgeht!

Bei der AT Adventure Sport ist das nicht anders, und mehr noch, wir können versichern, dass ihre Instrumente zu den zur Zeit auf dem Motorradmarkt technisch fortschrittlichsten gehören und alles ist bequem über einen 6,5” TFT Touchscreen bedienbar.

So ist es möglich, einen der bereits voreingestellten Fahrmodi auszuwählen und dann alle verschiedenen Parameter von Motor, Bremsen, Schaltung und elektronischen Stoßdämpfern zu personalisieren, bis der richtige Kompromiss gefunden ist, der sich am besten für die Streckenbedingungen eignet, die gefahren werden soll.

Über das Multifunktions-Display können außerdem die Verbindung mit dem Telefon hergestellt und verschiedene Apps wie z. B. der Navi während der Fahrt benutzt oder über das Headset im Helm Telefonate empfangen bzw. getätigt werden.

Motor überarbeitet, Fahrerlebnis optimiert
Die 100 Kubik haben ausgereicht damit dieser erprobte Zweizylinder-Reihenmotor wie ausgewechselt ist. Im 2020-Modell ist er bei 1100 ccm Hubraum und bei einer Maximalleistung von über 100 PS (Herstellerangabe) angekommen und hat im gleichen Maße auch das Ansprechverhalten verbessert, so dass die Möglichkeiten dieses Motorrads in seinem gesamten Anwendungsbereich voll ausgeschöpft werden.

Die gesteigerte Kraft macht sich bei jeder Art der Verwendung bemerkbar, aber in den eigentlichen Genuss der Elastizität dieses Motors kommt man bei mittleren Drehzahlen, was zusammen mit den anderen bereits erwähnten Innovationen die Fahrbarkeit der AT 2020 noch zusätzlich verbessert.

Zur Krönung der Wendigkeit und des Fahrgefühls und um den Verbesserungen ein würdiges Umfeld zu bieten, wurde eine Schwinge verwendet, die aus der kompletten Neuüberarbeitung der Geometrie der Schwinge der CRF-Cross-Modelle hervorgegangen ist. Am Kontaktpunkt zwischen Sitz und Tank, also auf der Höhe der Knie, ist sie im Durchschnitt 2 cm schmaler. Dazu kommen die elektronischen Federungen Showa EERA, die hervorragende Arbeit leisten, und sich nach dem jeweils eingestellten Riding Mode richten.

Wirklich unverzichtbar beim Fahren dieses Flaggschiffes auf langen Reisen ist sicherlich die DCT-Schaltung in Kombination mit der Inertial-Plattform IMU von Bosch, die in dieser Evolution noch weiter verfeinert worden ist, um das Schalten noch schneller, weicher und präziser zu gestalten. Das ermöglicht ein total entspanntes Reisen – und wenn man dann noch den Tempomat einstellt….

Mit diesem Evolutionsschritt hat Honda das Adventouring-Konzept angehoben und ist auf einem deutlich höheren Niveau unterwegs – was allerdings auch für den Preis gilt.

Kurz gesagt: Geschaffen für Reisen zu neuen Horizonten.
Verfügbare Farben: Pearl Glare White Tricolor - Darkness Black Metallic

Preis: € 18.990,00 (ab Vertragshändler)

Text und Testfahrer: Pietro Bartolomei
Fotos: MBfotopress
Videos: Merlin’s Studio GVM
Bekleidung: Completo Rev’it OFFTRACK sand-Black
Helm: Aray Tour-X4 Vision Red
Stiefel: TCX Baja Goretex

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