Test und Vorschau Mi 17 April 2019

TM EN 125 - 40 Jahre italienische Erfahrung

Für diesen Test haben wir die Meinung zweier Testpiloten eingeholt, um so einen 360°-Eindruck von diesemgänzlich in Italien gebauten Motorrads zu bekommen. Sie stehen für verschiedene Fahrstile: Mattia Giulietti mit internationaler Enduro-Erfahrung und Edoardo Bigiarini, der rein zum Vergnügen Motorrad fährt, das aber jedes Wochenende und mit großer Leidenschaft.

Aussehen
Mattia: Gefällt mir! Das Vorderteil ist aggressiv, hinten ist sie zu weiß, da fehlt ein bisschen Grafik, aber was die Ästhetik insgesamt angeht, ist sie sehr, sehr schön. Ma hat das Gefühl, als bräuchte man nur die Nummern anzukleben und fertig ist sie fürs Rennen. Der Aluminiumrahmen fällt am meisten auf, aber auch andere aus einem Stück bestehende Details vermitteln den Eindruck einer starken Einheit. Der Mappingschalter ist bequem zu schalten, die auf Ergal-Platten montierte Kayaba-Gabel macht das Ganze noch hochwertiger, wie auch das Mono-Federbein, das mit extremer Sorgfalt bearbeitet wird.

Edoardo: Was das Aussehen angeht sehr schön, aber wenn ich etwas pingelig bin, sind die Aufkleber, die die Kühlöffnungen auf den Seiten nachzeichnen etwas übertrieben. Auch die Kennzeichenhalterung gefällt mir nicht, davon abgesehen sieht die Maschine wirklich gut aus. Der Aluminiumrahmen ist ein Meisterwerk, so auch die Radnaben aus einem Stück, die alle anderen Details in den Schatten stellen, welche das Motorradbereichern. Die essentiell gehaltenen Windleitflügel sind sehr schön, dagegen würde ich einen Schalldämpfer mit einer anderen Ergonomie benutzen, dieser kommt etwas altmodisch daher.

Eigenschaften

Mattia: Mit dem Dreieck Sitzbank-Fußrasten-Lenker bin ich auf Anhieb gut klargekommen, im Gegensatz zu KTM/Husqvarna, bei denen ich den Sitz immer höher und den Lenker niedriger stellen muss, um sie an meine Statur anzupassen. Die Lösung mit der vollen Bremsscheibe ist optimal, die Bremse ist modulierbar und nicht zu aggressiv. Die Stoßdämpfer und alles was mit ihnen zusammenhängt, sind super, sie haben mir wirklich gefallen. Die Gabel absorbiert alle Unebenheiten gut und überholt auch schon standardmäßig die erstklassigste Konkurrenz. Der Motor ist nicht mehr so schwindsüchtig wie der 125er vor einigen Jahren, das Drehmoment steigt gleichmäßig an und zieht bei hohen Drehzahlen stark an, während sie bei niedrigeren Umdrehungen noch nachbesserungswürdig ist, vor allem wenn ich mir vorstelle, das Motorrad in einem Extreme-Wettbewerb zu fahren.

Edoardo: Was mich sofort beeindruckt hat, ist die Bremsung, unmittelber und gut dosierbar. Hinten würde ich sie etwas beißender vorziehen, ich weiß nicht, ob das an der vollen Scheibe liegt. Vom Motor hatte ich nicht erwartet, dass er so stark ziehen würde, normalerweise fahre ich einen 300er Hubraum, an 125er bin ich nicht gewöhnt, ich hätte nicht gedacht, dass er so kraftvoll sein und so viel Spaß machen würde. Bei niedrigen Drehzahlen fehlt ihm ein bisschen Kraft. Auf der Sitzbank habe ich mich sofort wohlgefühlt, der Bogen des Lenkers ist etwas zu niedrig, ermöglicht so aber, das Gewicht gut nach vorne zu verlagern. An den Federungen ist nichts auszusetzen, bei den Motorrädern, die ich bisher hatte, habe ich noch nichts Vergleichbares gehabt.

Wie läuft’s?
Mattia: So wie es ist, ist das Motorrad in der Lage bei einem Wettbewerb der Meisterklasse im geschlossenen Parcours anzutreten. Nach und nach ist es mir beim Fahren immer vertrauter geworden und ich habe begonnen richtig kräftig Gas zu geben, ohne irgendwelche Einstellungen zu ändern, auch nicht an den Federungen, die ich als stützend erlebt habe aber auch imstande, Steine und Schlaglöcher hervorragend zu abzufangen. Auch das Mono-Federbein, das dem Untergrund gut folgt, übertrug die Bewegungdynamisch auf das Rad. Der Motor ist füllig und kräftig für seine 125 cm3.

 Edoardo: Ich habe schon immer Zweitakter gehabt, aber dies ist das erste Mal, dass ich ein 125er fahre und ich muss sagen, es hat mir richtig gut gefallen. Das Motorrad fühlt sich zwischen den Beinen klein an und ist sehr gut manövrierbar. Der Aluminium-Deltabox-Rahmen erfordert ein bisschen Entschiedenheit bei der Kurveneinfahrt, ist aber auch auf unbefestigten Wegen voller von anderen Fahrzeugen gepflügten Spurrillen sehr stabil und präzise. Die Stoßdämpfer absorbieren alles, ohne die Arme zu ermüden. Auf Strecken, auf denen man die Maschine ausfahren kann, ist der Motor brillant und erfreut durch seine gute Drehzahlsteigerung. Für meinen Fahrstil ist er nicht so geeignet, da man oft schalten muss, aber wie gesagt, ich bin sonst größere Hubraumklassen gewöhnt.

Fasse das Motorrad mit einem Wort/Satz zusammen
Mattia:
Kompakt

Edoardo: Leicht zu fahren und macht Spaß

Testfahrer:Mattia Giulietti - Edoardo Bigiarini
Fotos: MBfotopress

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