Woman's world Mi 06 Juni 2018

IM TEST: DIE KAWASAKI VERSYS X 300

Wer hätte das gedacht, dass ich euch eines Tages an dieser Stelle was von Pferden erzähle, meiner Leidenschaft seit ich denken kann, und damit meine ich nicht die Tiere!
Ich komme gerade von der Arbeit nach Hause als die Redaktion mich anruft, um zu fragen, ob ich in den nächsten Tagen Zeit für eine Testfahrt habe. Genau die gute Nachricht, die ich brauche! Eine tolle Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lasse, und so kommt es dazu, dass ich euch nun von meiner Erfahrung mit der neuen Kawasaki VERSYS X 300 2018 berichte. Auf Anhieb fällt mir die gute Verarbeitung auf, das Cockpit mit dem zentral platzierten analogen Drehzahlmesser und rechts davon das LCD-Display und der Kilometerzähler, die Speichenfelgen mit IRC TRAIL WINNER-Reifen, der Motorschutz und der höhergelegte Auspuff und nicht zuletzt das unverwechselbare Kawasaki-Grün, das ins Auge springt.

Bis hierhin alles gut und schön, dann schwinge ich mich mal auf das Stahlross.
Ich breche mit einer Gruppe von Freunden von unserem Motorradclub „Frecce del Borgo” auf, und um die Testfahrt mit der neuen Maschine gut auszunutzen, entschließen wir uns, eine Tour durch die Hügel der Toskana zu machen. Dazu fahren wir erst ein Stück auf der gut ausgebauten Superstrada, wo ich den Motor ausprobiere indem ich die Gänge hochziehe. Die Maschine scheint zu überdrehen, also besser nicht übertreiben, sondern die Gänge schneller hochschalten. Nach Einlegen des sechsten Ganges jedoch kann man das Schalten vergessen, denn sie kommt nach jedem Dreh am Gasgriff schnell wieder auf Touren. Wir fahren in Richtung der Innenstadt von Pienza auf einer Straße voller enger Kurven und mit Schäden im Straßenbelag. Dabei stelle ich fest, dass das Motorrad sich gut an die verschiedenen Straßenbedingungen anpasst und dem Fahrer ein sicheres steuern ermöglicht. Die Räder mit 19“ vorne und 17“ hinten absorbieren die Unebenheiten des Bodens hervorragend. Sehr weich der Gebrauch der Servo-unterstützten Kupplung, die den Fingern nicht viel Kraft abverlangt, auch beim gemischten Fahren, wo viel mit der Schaltung gearbeitet werden muss. Der Motor bringt es mit nur 296 cc auf ca. 40 PS, die mehr als ausreichend sind für ein 176 kg schweres Motorrad. Der Zweizylinder ist sehr elastisch und zieht bei niedrigen und mittleren Umdrehungszahlen optimal an, auch die Beschleunigung ist verblüffend leistungsstark, wenn man den Hubraum bedenkt.

Nach der ersten Etappe halten wir an und machen Pause. Mit ihren kantigen und schlanken Linien muss die VERSYS X 300 nicht lange auf Bewunderer warten, Passanten kommen neugierig näher, um sie in Augenschein zu nehmen. Das Adventure-Styling hat eine unwiderstehliche Anziehungskraft.
Die Reise geht weiter in Richtung Lago Trasimeno, dazu fahren wir auf einem unbefestigten Straßenabschnitt mit Kies. Aufgrund meiner völligen Off-Unerfahrenheit bangte es mich vor dieser Strecke besonders, aber ich stelle sofort fest, dass die aufrechte Sitzposition das Fahren erleichtert und auch für Leute, die wie ich nicht sehr groß sind, sehr bequem ist. Der niedrige Sitz sorgt dafür, dass ich die Füße auf dem Boden aufsetzen kann, der 17-Liter-Tank ist gut geformt, sodass er bei Positionsänderungen nicht im Wege ist, das ausreichende Profil der Reifen und die Federung mit langem Federweg, die vorzüglich arbeitet, tragen ihren Teil zum sichern Fahrkomfort bei. Die hintere Bremse reagiert gut, die vordere dagegen muss kräftig angezogen werden, um Wirkung zu zeigen - ich hätte sie mir auch modulierbarer gewünscht. Optimal dagegen das ABS von Bosch, dessen Aktivierung nur spürbar wird, wenn es wirklich nötig ist, und das auch auf unbefestigten Straßen.     
Auf dem Nachhauseweg denke ich über meine persönliche Bewertung dieses kleinen aber großartigen Motorrads nach. Ich bin zufrieden mit dem Verbrauch und dem Fahrkomfort, dank des Windschildes und der Handprotektoren, die für Fahrtwind schützen. Was mich aber am meisten beeindruckt hat, ist die gute Manövrierbarkeit mit der die Maschine sich steuern lässt.

Die VERSYS X 300 ist ein Motorrad, das mit Sicherheit als erste Maschine für Anfänger geeignet ist, aber auch für diejenigen, die ohne allzu große Anforderungen eine Maschine für die Stadt und für Touren über Land möchten, die auf gemischten Strecken Spaß macht, beim Kurvenfahren Sicherheit vermittelt und äußerst behände im Stadtverkehr ist. Im Großen und Ganzen ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis.
Preis: 5.890 €

Text und Testfahrt: Elena Donati
Fotos: MB fotopress

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