Woman's world Mi 23 Mai 2018

Meine Umbrien-Rallye 2018

Dezember 2017: Der „Moto Club Umbria“ hat für das neue Jahr große Projekte: Nach dem gewohnten Februar-Termin der „Anábasi 300“ (300-Kilometer-Rallye über 3 Tage), organisiert er das große Comeback der „Rally dell’Umbria“. Im Gegensatz zu den vorherigen Ausgaben ist sie diesmal nicht kompetitiv sondern touristisch angelegt und genau deswegen entschließe ich mich, daran teilzunehmen!

Donnerstag 19. April 2018: Alles startklar!
Voller Enthusiasmus breche ich früh morgens direkt von Padua aus mit dem Motorrad auf, vollbepackt mit Taschen, Zelt und Schlafsack.
Es war meine Entscheidung, kein Hotel zu buchen, für mich ist die Rallye wie eine Urlaubsfahrt und zur Freiheit des Motorrads passt das Zelt optimal!  Abends, im Fahrerlager, das im Park Giardini Carducci errichtet worden ist, wird gelacht, gescherzt, die Motorräder und das Road Book werden vorbereitet…. wie schön Perugia ist, welch eine Aussicht von hier aus!
Einige der Teilnehmer sind Navigations-Veteranen, für andere, wie Motosax, ist es das erste Mal aber er ist überzeugt davon, dass er Spaß haben wird

Freitag 20. April 2018: Es geht los!
Ich begrüße herzlich die alten Freunde und freue mich, neue Freundschaften mit denen zu machen, die ich bis zu dem Zeitpunkt nur „virtuell kannte“. Ich liebe diese Veranstaltungen wegen der Herzlichkeit und Verbundenheit, die zwischen den Teilnehmern und der Rallye entsteht und die Umbrien-Rallye empfinde ich als “meine”  Der wunderschöne antike Brunnen im Zentrum Perugias, die Fontana Maggiore, ist von Motorrädern umgeben, die nur darauf warten, unter dem Startbogen durchzurollen … ist das aufregend! Die Strecke ist flüssig befahrbar, Abwechslung bringen Abschnitte mit Steinen, und am Nachmittag mühen wir uns an so mancher Matschpfütze ab, wobei wir uns wie die Kinder vergnügen! Ich muss lachen, während ich höre und sehe wie vierzigjährige Fahrer darum wetteifern, wer die dreckigere Maschine hat… wie die Kinder, herrlich!Ich lege fast alle Kilometer mit Ettore zurück, toll, was der Typ für eine Geduld hat: „warte, ich muss noch schnell hier und da hallo sagen“ – „machst du ein Foto von mir?“ – „Pinkelpause!“ usw.
Mittlerweile bilden wir ein Team wie Freitags beim Anábasi… fehlen nur unser Kumpel aus Bologna, Tequila und der Regen! 

Samstag, 21. April 2018
Ich fahre pünktlich um acht Uhr los, in einer Gruppe mit Andrea, Luciano, Filippo und Alberto, alles sehr sympathische Freunde. Die 330 Kilometer, die auf uns warten, können uns nicht schrecken. Denn, klar, nach 330 Metern halten wir an einer Bar und nehmen in aller Ruhe ein umfangreiches Frühstück zu uns, klönen und lachen. Wie herrlich sind doch die NICHT-kompetitiven Rallyes! “Leute, wenn wir so weitermachen, ist es dunkel, wenn wir ankommen!“ Trotz meines Einwandes ändert sich der Rhythmus dieses Tages nicht. Wir durchqueren märchenhafte Landschaften auf Schotterstraßen, mit wirklich atemberaubenden Panoramen, in denen wir zwischen Gelächter und Fotos flott Kilometer machen.
Das Mittagessen ist in Poggiodomo organisiert worden, einem einsamen Dorf. Ich halte an, um mich mit einem betagten Bewohner zu unterhalten, wobei mich angenehm überrascht zu hören, dass er sich freut, uns zu sehen: „Normalerweise kommt hier kein Mensch durch, ihr bringt Leben ins Dorf!“ … ich hoffe ihn mal irgendwann wieder besuchen zu können. Sehr bald holen uns die Motorräder vom Kolonnenende ein, und halten an, um uns auf den Arm zu nehmen. Für heute Abend waren ein Konzert und ein Aperitif für alle Teilnehmer vorgesehen, aber als wir ankommen, ist schon alles vorbei… egal, wir haben sehr viel Spaß gehabt.

Sonntag, 22. April 2018
Heute habe ich eine wichtige Aufgabe: Franco Picco! Der bekannte Dakar-Veteran ist Special Guest bei der Veranstaltung und ich bin damit beauftragt worden, ihn zu begleiten. Ist mir ja eine Ehre, aber….
„Seid ihr sicher? Ich? Das wird ihm doch total auf den Keks gehen, wenn er ständig auf mich warten muss!“
„Er müsste doch auf jeden von uns warten, auf dich wartet er lieber, glaub‘ mir, na los!“
„Zu Befehl!“ Ich ergebe mich mit einem Lächeln meinem Schicksal - wie es kommt, kommt es!

Ich bitte Margi (vom Sibilla-Trio) mit uns zu kommen, er hat eine Super Ténéré und Antonella als Sozia, wenn Picco „abhaut” bleibe ich bei denen. Ich gebe mein Bestes, damit er nicht auf mich warten muss, aber es hilft alles nichts, auch wenn Franco mit aller Macht versucht, langsam zu fahren. Ich fahre voll auf die Strecke konzentriert, schaffe es aber nicht, gleichzeitig ins Roadbook zu schauen. Mein Glück ist, dass ich den Track habe und dass Franco an den Abzweigungen auf mich wartet.
Die Strecke fährt sich reibungslos, wenn auch nicht immer, trotzdem legen wir die 135 Kilometer vom Start bis zur Pausenstation in Rekordzeit zurück, was mich angeht, jedenfalls!
Ich stelle den Motor ab und lege mich lang auf den Boden, ich bin hundemüde aber total zufrieden!
Franco kommt, um zu schauen, ob es mir nicht gut geht, und als er merkt dass ich in meinem Helm lache und alles ok, ist macht er einen Scherz. Antonella verpasst keine Gelegenheit, um die Szene zu verewigen!
Kompliment auch an Margi für seine Leistung als Fahrer und an Antonella, die es schafft, nicht vom Sitz katapultiert zu werden. Wieder zurück in Perugia erfrischen wir uns mit kühlem Bier, es wird gescherzt und gelacht – am meisten lache ich, die ich schon im nüchternen Zustand unhaltbar bin; nach einem Glas Bier fange ich an zu lachen und kann nicht mehr aufhören!

Was soll ich sagen: Es hat wirklich viel Spaß gemacht!
Umbrien ist wunderschön, sowohl was die Motorradtouren angeht, als auch die Landschaften. Und man trifft herzliche Leute, die sich über uns freuen… Das ist wie in der Pasticceria: Ich bin noch nicht ganz draußen, da habe ich schon wieder Lust hineinzugehen.

Ich danke der Sonne, die uns über drei Tage hinweg treu begleitet hat, allen neuen und alten Freunden mit denen ich diese unbeschwerten Tage verbracht habe und natürlich dem Moto Club Umbria für das Engagement und die Professionalität bei der Organisation von derart schönen Veranstaltungen – und dafür, dass sie mich „adoptiert“ haben!
Nicht zuletzt danke ich allen, die Fotos gemacht haben, sie sind perfekt als Antidepressivum für die trüberen Tage, die das Leben unausweichlich immer wieder bringt. Ja, das Glück kann man sozusagen „einmachen“, konservieren, speichern und dann herausholen, wenn man es braucht!

by Nicoletta (Guido)

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